Stadtmauern

Stadtmauern

Via dei Mille 5. (Karte öffnen)

Beschreibung

Die Stadtmauern von Brindisi sind die Reste des Rings, der die Stadt jahrhundertelang verteidigte: Tore, Bastionen und Türme, verstreut zwischen den Häusern der Altstadt. Messapier, Römer, Staufer, Aragonesen und Spanier haben hier ihre Spuren hinterlassen, und einige Abschnitte kann man noch besichtigen.

Die stärksten Stücke liegen auf der Landseite. Die Porta Mesagne, auch Porta Napoli genannt, ist das älteste Tor: Friedrich II. ließ es bauen, 1243 wurde es fertiggestellt. Daneben zeigt die fünfeckige Bastione Carlo V an ihrer Kante die Wappen des Kaisers und des Vizekönigs von Neapel.

Die Porta Lecce, das zweite Tor der Stadt, ließ Ferdinand von Aragón errichten; 1464 wurde es vollendet. Es trägt drei Wappen: das von Brindisi, das Karls V. und in der Mitte das seines Festungsbaumeisters Ferdinando Alarcon.

Der Torrione dell'Inferno von 1484 ist ein runder Turm, der mit dem Stauferkastell durch eine einst mit Zinnen bewehrte Kurtine verbunden ist, die fast unversehrt erhalten blieb. Der Name „Höllenturm“ kommt wahrscheinlich von den vierzig Geschützen, die ihn so bedrohlich machten. Dann gibt es noch die fünfeckige Bastione di San Giacomo, in der Ausstellungen und Vorträge stattfinden.

Den ersten Mauerring bauten die Messapier; Römer und Byzantiner verstärkten ihn, die Langobarden zerstörten ihn. Friedrich II. plante neue Mauern für die Stadt, die zur östlichen Hafenbucht hin gewachsen war, doch das Vorhaben blieb unvollendet.

Die Angst vor den Türken, die nach der Eroberung von Otranto wuchs, trieb die Aragonesen im 15. und 16. Jahrhundert dazu, neue Verteidigungsanlagen zu bauen. Mit dem Aufkommen der modernen Artillerie schickte Karl V. Alarcon, um sie zu erneuern: Brindisi wurde so schwer einnehmbar, dass die Türken 1537 auf eine Invasion verzichteten.

Im 18. Jahrhundert dienten Mauern und Tore nur noch zum Eintreiben der Warenzölle, und 1776 ließ Andrea Pigonati mehrere Abschnitte für die Arbeiten am Hafen abreißen. Eine spanische Karte von 1739 bewahrt die Namen verschwundener Bastionen: Arruinado, also „verfallen“, und Escorciatore, der „Schlachter“.
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